Infos zu den Codecs On2 VP3 bis VP8

 

 

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Geschichte der Codecs On2 VP3 - VP8

Die Firma On2 Technologies, früher einmal als The Duck Company bekannt, veröffentlicht mit ihrer VP Codecreihe einige sehr interessante Codecs. Ende 2001 übergab die Firma den VP3 Codec offiziell an die OpenSource Gemeinde. Seither lebt der Codec weiter als Ogg Theora. Im Jahr 2003 wurde TrueMotion VP6 als offizieller Codec für das chinesische Konkurrenzprodukt zur DVD, die EVD, standarisiert. Schon 2004 gab es jedoch finanzielle Streitigkeiten, weshalb On2 die Lizenzierung für EVD zurück zog. 2005 wurde dann TrueMotion VP7 veröffentlicht.

Grundsätzliche Informationen zu den Codecs On2 VP3 - VP8

• VP3 ist vergleichbar mit der Qualität und den Bitraten von MPEG1.
• VP4 wurde von AOL lizenziert und in das Nullsoft Streaming Format umgewandelt.
• VP5 hat es über eine BetaPhase nicht hinaus geschafft.
• VP6 ist ein hochwertiger Cod ec, der für Liveübertragungen, etc. verwendet wurde.
• VP6 wurde 2005 von Macromedia im damaligen Flash Player 8 offiziell verwendet.
• VP7 besticht mit gleichen oder besseren Bildern als die Konkurrenten H.264 oder VC-1.
• Das Programm Skype nutzt seit Ende 2005 VP7 für Videokonferenzen.

Technische Daten zu den Codecs On2 VP3 - VP8

VP6 und VP7 sind optimiert für die Videokompression in Echtzeit - bis hoch zu PAL-Material. Auch VP8 ist ein Echtzeitcodec, der jedoch bessere Qualität liefert als H.264 bei vergleichbarer Datenrate. Dafür nutzt er maßgeblich die von On2 propagierten Innovationen: Golden Frames (eine besondere Art der Zwischenspeicherung von P-Frames), Loop Filtering (es wird nicht das komplette Bild komprimiert, sondern unterschieden zwischen sich schwach und stark bewegenden Bildteilen, sowie statischen Pixeln), Multicore Adaptability (Ausnutzen von Mehrprozessorsystemen), verbesserte Decoding-Geschwindigkeit durch Verzicht auf unnötige Klammerprozesse beim Dekodieren.

Bei VP3 lässt sich neben den Qualitätsleveln 0-63 (63 bedeutet schlechteste Qualität und 0 beste Qualität) auch noch "hohe Schärfe", "normale Schärfe" und "weich" einstellen. VP6 und VP7 sind wesentlich vielfältiger einstellbar. Neben Multipassencoding und Eingriffen in die Datenrate und Schärfe ist es auch möglich, in die Quantisierung, die Streamingeinstellungen etc. einzugreifen. Interessant ist dabei die Möglichkeit der Anwendung einer Rauschreduktion.

Anwendungsgebiete der Codecs On2 VP3 - VP8

VP6, VP7 und VP8 eignen sich hervorragend zur Produktion zahlreicher unterschiedlicher Bandbreiten - vom Handy-Video bis zum High-Definition-Video. Sie sind auch für die Komprimierung von Animationen nützlich, ohne dass deren Qualitätsverlust erheblich wird.

Qualität der Codecs On2 VP3, VP6 und VP7 (Beispielhaft) (in Schulnoten)

VP3 - Hohe Qualität - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 3 2 3
HD 3 2 3

 

VP6 - Simple Profile - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 2 1 2
HD 2 2 2

 

VP6 - Advanced Profile - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 2 1 2
HD 2 3 2

 

VP6 - Heightened Sharpness Profile - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 2 1 2
HD 2 3 2

 

VP7 - General Profile - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 2 2 2
HD 2 5 2

 

© 2011 Ralf Biebeler. Das Buch Video Codecs ist erschienen im Verlag Schiele & Schön in Berlin.