Infos zu den Codecs DVCPRO DVCPRO50 DVCPROHD

 

Geschichte der Codecs DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPROHD

Der DV-Standard wurde 1994 eingeführt und 1996 schließlich für den Consumer zugänglich gemacht. Zur DV-Familie gehören neben den gängigen DV-Formaten auch DVCPRO und DVCPRO50. Diese beiden Formate fanden eher Einfluss im semiprofessionellen und professionellen Bereich. Während DVCPRO beinahe von der Bildfläche verschwunden ist hält sich DVCPRO50 noch immer, um SD Material hochwertiger aufzuzeichnen und zu archivieren. DVCPROHD arbeitet mit 100 MBit/s und ist ein hochwertiger HD Codec.

Grundsätzliche Informationen zu den Codecs DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPROHD

Wie bei DV, so werden auch bei DVCPRO und DVCPRO50 die Einzelbilder unabhängig voneinander in einem MJPEG-ähnlichen Verfahren codiert. Dieses bietet, im Gegensatz zu z. B. MPEG, die Möglichkeit, das Video an jeder beliebigen Stelle zu schneiden. Auf der Seite des Camcorders unterscheidet sich DVCPRO von DV an einigen Stellen erheblich. Betrachtet man jedoch den Codec an sich, so sind DVCPRO und DV nahezu identisch. Der einzige Unterschied liegt in der höheren Datenrate, die DVCPRO50 liefert.

Technische Daten zu den Codecs DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPROHD

Bei PAL erfolgt ein Chromadownsampling auf 4:2:0, bei NTSC auf 4:1:1. Daraus folgt eine Datenreduktion um die Hälfte. Die Bildkompression findet im Anschluss auf Basis einer DCT statt. Die Datenrate von DVCPRO liegt bei 25 Mbit/s, die von DVCPRO50 bei 50 Mbit/s und die von DVCPROHD bei 100 Mbit/s. Der DVCPRO-Standard arbeitet, wie DV, mit 720 x 576 (PAL) oder 780 x 480 (NTSC) Pixeln. DVCPROHD arbeitet entweder mit 1280 x 720 oder mit 1920 x 1080 Pixeln. Bei PAL werden 50 Halbbilder je Sekunde aufgezeichnet, bei NTSC 59,94. Da DVCPRO zur DV-Codec-Familie gehört, stellt er ebenfalls die unteren Halbbilder zuerst dar.

DVCPRO und DVCPRO50 sind stark beschränkt durch ihre Definition. Sie gewähren kaum Einstellungsmöglichkeiten. Anamorphotisches DVCPRO und DVCPRO50 wird für 16:9-Filme verwendet und arbeitet ebenfalls mit 720 x 576 (PAL) bzw. 720 x 480 (NTSC) Pixeln. Das Bild erscheint dann jedoch stark gequetscht und entzerrt sich erst wieder auf einem 16:9-Bildschirm.

DVCPRO wird in semiprofessionellen und professionellen EB-Kameras verwendet. Da sich DVCPRO in der Codierung nicht vom normalen DV unterscheidet, ist seine Verbreitung nicht sehr groß. DVCPRO50 hingegen arbeitet mit einer geringeren Komprimierung, was wiederum zu einer besseren Bildqualität führt.

Ein Problem tritt häufiger auf, wenn man DV-Codecs auf RGB-Farben zurückrechnen möchte (sie arbeiten standardmäßig im YUV-Farbraum). Um der jeweiligen Fernsehnorm gerecht zu werden, wird im Normalfall vom DV-Codierer nicht die volle RGB-Bandbreite von 0 bis 255 Farbanteilen verwendet, sondern abgeschnitten bei z. B. einem Weiß, welches nicht Rein-Weiß (also RGB 255-255-255) ist, sonderm RGB 240-240-240. Ebenso verhält es sich mit Schwarz. Dies mündet für gewöhnlich in nicht ganz satten Farben. Bei scharfen, runden Kanten neigen beide Codecs zu Aliasing. Auch feine Farbverläufe, gerade bei Graustufen, werden mit einem leichten Farbstich versehen. Beide Codecs verhalten sich ähnlich.

Anwendungsgebiete der Codecs DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPROHD

DVCPRO und DVCPRO50 eignen sich, aufgespielt auf Band, zur Archivierung von fertigen Filmen. Aufgrund der Dateigröße und der schlechten Qualität bei einer Darstellung auf Computermonitoren eignen sich beide Codecs nicht zur Speicherung auf Festplatten, DVDs o. ä. sowie zu Präsentationszwecken auf Computermonitoren. Aufgrund des Chromadownsamplings tritt bei häufigem Codieren von DVCPRO- und DVCPRO50-Material in diesem ein Qualitätsverlust auf.

4CCs der Codecs DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPROHD

dv25, dv50

Qualität der Codecs DVCPR O, DVCPRO50 und DVCPROHD (in Schulnoten)

DVCPRO - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 3 1 5
HD 3 2 5

 

DVCPRO 50 - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 2 1 5
HD 2 2 5

 

DVCPROHD - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
HD 1 2 5