Infos zum Codec DV-PAL / DV-NTSC

Geschichte vom Codec DV-PAL und DV-NTSC

Der DV-Standard wurde 1994 eingeführt und 1996 schließlich für den Consumer zugänglich gemacht. Ursprünglich war er nur für diese Nutzer gedacht, jedoch machte die hohe Qualität der Videos nicht vor dem professionellen Bereich Halt.

Grundsätzliche Informationen zum Codec DV-PAL und DV-NTSC

Der DV-Codec ist heutzutage auf fast jedem digitalen Camcorder wiederzufinden, der mit Mini-DV-Kassetten arbeitet. Auch EB-Kameras, die DV aufzeichnen, nehmen im DV- Codec auf. Die Einzelbilder werden unabhängig voneinander in einem JPEG-ähnlichen Verfahren codiert. DV ähnelt MJEPG und bietet, im Gegensatz zu MPEG, die Möglichkeit, das Video an jeder beliebigen Stelle zu schneiden.

Technische Daten zum Codec DV-PAL und DV-NTSC

Bei NTSC erfolgt ein Chromadownsampling auf 4:1:1, bei PAL auf 4:2:0. Daraus folgt eine Datenreduktion um die Hälfte. Die Bildkompression findet im Anschluss auf Basis einer DCT statt. Die Datenrate von DV liegt standardisiert bei 3,125 Mbyte/s (25 Mbit/s). Der DV-Standard arbeitet nur mit 720 x 576 (PAL) oder 720 x 480 (NTSC) Pixeln. Bei PAL werden 50 Halbbilder je Sekunde aufgezeichnet, bei NTSC 29,97. Der DV-Codec ist der einzige Codec, in dem grundsätzlich die unteren Halbbilder zuerst dargestellt werden.

Der DV-Codec ist star advanced/langs/de.js" type="text/javascript"> k beschränkt durch seine Definition. Er bietet kaum Einstellungsmöglichkeiten. Anamorphotisches DV wird für 16:9-Filme verwendet und arbeitet ebenfalls mit 720 x 576 (PAL) bzw. 720 x 480 (NTSC) Pixeln. Das Bild erscheint dann jedoch stark gequetscht und entzerrt sich erst wieder auf einem 16:9-Bildschirm.

Es gibt jedoch im Tonbereich zwei unterschiedliche DV-Varianten: DV1 und DV2. DV1 arbeitet mit einem Ton von 32 KHz bei 12-bit-Sampling, DV2 mit 48 KHz bei 16-bit-Sampling. Grundsätzlich wird empfohlen, mit 48 KHz bei 16 bit zu arbeiten.

Die Qualität von DV hängt sehr stark vom aufzeichnenden Camcorder und dessen Verarbeitung ab. Auch die Tatsache, dass es unterschiedliche Hersteller von DV-Codecs gibt, trägt zu guten und schlechten DV-Aufnahmen bei. Grundsätzlich ist es möglich, mit DV eine sehr gute Qualität zu erzielen, die für das menschliche Auge kaum wahrnehmbare Einbußen aufweist.

Ein Problem tritt häufiger auf, wenn man DV-Codecs auf RGB-Farben zurückrechnen möchte (sie arbeiten standardmäßig im YUV-Farbraum). Um der jeweiligen Fernsehnorm gerecht zu werden, wird im Normalfall vom DV-Codierer nicht die volle RGB-Bandbreite von 0 bis 255 Farbanteilen verwendet, sondern abgeschnitten bei z. B. einem Weiß, welches nicht Rein-Weiß (also RGB 255-255-255) ist, sondern RGB 240-240-240. Ebenso verhält es sich mit Schwarz. Dies mündet für gewöhnlich in nicht ganz satten Farben. Beim Codieren in DV-PAL verliert das Bild des Weiteren an Schärfe. Farbverläufe sind nicht mehr richtig fließend. Bei scharfen Kanten tritt ein Aliasing auf.

Anwendungsgebiete des Codecs DV-PAL und DV-NTSC

Der DV-Codec wird bei einem sehr großen Teil von Consumer- und semiprofessionellen Camcordern verwendet. Er ist einer der Standardcodecs beim Arbeiten mit Videos, die von solchen Kameras kommen. DV eignet sich, aufgespielt auf Band, zur Archivierung von fertigen Filmen. Aufgrund seiner Dateigröße und der schlechten Qualität bei der Darstellung auf Computermonitoren eignet er sich nicht zur Speicherung auf Festplatten, DVDs o. ä. sowie zu Präsentationszwecken auf Bildschirmen. Aufgrund des Chromadownsamplings tritt bei häufigem Codieren von DV-Material in diesem ein Qualitätsverlust auf.

4CCs des Codecs DV-PAL und DV-NTSC

CDVC, DSVD, DVC, DVCP, DVCS, dvsd, DVSD, dvsl, IPDV, PDVC

Qualität des Codecs DV-PAL und DV-NTSC (in Schulnoten)

  - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 3 1 5
HD 3 2 5


Der DV Codec ist nicht für HD Videomaterial konzipiert. Angegeben ist, wie der DV Codec ein HD Video als Ausgangsdatei codiert.

Download von Beispielen

Laden Sie hier ein Ausgangsvideo, sowie unterschiedlich codierte Videos herunter, um an den einzelnen Beispielen zu sehen, wo Schwachstellen des Codecs liegen (Blockartefakte, Schärfeverluste, Chroma- und Lumaverluste, etc.)