Infos zum Codec Cinepak

 

Geschichte vom Codec Cinepak

Cinepak hieß ursprüglich CompactVideo. Das ist auch der Grund, wieso sein 4cc „CVID“ lautet. Der Codec wurde 1992 entwickelt und auf den Markt gebracht von der Firma SuperMatch. Zuerst wurde er nur mit QuickTime ausgeliefert. 1993 wurde er dann auch auf Windows-Plattformen integriert. Er ist ein Codec der ersten Stunde und wurde anfänglich entwickelt, um auch auf sehr langsamen Rechnern eine Videowiedergabe zu ermöglichen. Schon Anfang der 90er konnte ein Cinepak-Film von einem Single-Speed CD-ROM-Laufwerk (mit 150 kByte/s Datenrate) in Echtzeit abgespielt werden. Die Weiterentwicklungen von Cinepak heißen CinepakPro und CinepakPro QTX. Sie unterscheiden sich von Cinepak durch bessere Qualität und weniger Fehler beim Codieren. Die Codecs spielen dennoch heutzutage keine Rolle mehr.

Grundsätzliche Informationen zum Codec Cinepak

Der ursprüngliche Cinepak-Codec arbeitete mit 320x240-Pixel-Videos bei 150 kByte/s – also genau der Datenrate, mit der ein Single-Speed CD-ROM-Laufwerk Anfang der 90er gelesen hat.

Technische Daten zum Codec Cinepak

Cinepak teilt einen Film in Schlüsselbilder (Keyframes) und Zwischenbilder. Jedes einzelne dieser Bilder ist wiederum in separate Bereiche aufgeteilt. Cinepak unterteilt diese Bereiche nun in 4 x 4 Pixel große Blöcke. Mittels Vektor-Quantisierung ermittelt der Codec dann, welche Farbe aus einer Palette mit 256 Farben der Farbe des 4 x 4-Pixel-Blocks am ehesten entspricht. Die Vektor-Quantisierung erlaubt es, den Codec auf sehr langsamen Rechnern zu nutzen. Je geringer die Bitraten jedoch sind, desto mehr blockartige Artefakte sind zu sehen.

Zwar lässt sich bei Cinepak einiges an der Datenrate ändern, jedoch führt die Tatsache der Vektor-Quantisierung nicht daran vorbei, dass es zu einer Artefaktbildung kommt, je geringer die Bitrate ist. Cinepak kann qualitativ nicht mit heutigen Standards mithalten.

Das größte Problem tritt auf, wenn sich sehr schnell sehr viele Farben ändern. Da der Codec mit 256 Farben arbeitet, können je Bild auch nur entsprechend viele angezeigt werden. Ändern sich, z. B. durch Bewegungen, die Farb en rapide, ist Cinepak nicht in der Lage, schnell darauf zu reagieren, und zeigt Farbverläufe nicht einmal mehr als Verlauf an. Erst wenn sich die Farben nicht gravierend ändern, ist die Qualität akzeptabel. Im Graustufenbereich kann man den Codec gerade noch akzeptieren. Cinepak verursacht ein leichtes Aliasing an runden und kontrastreichen Kanten.

Anwendungsgebiete des Codecs Cinepak

Cinepak war ein global verwendeter Codec. Man konnte ihn benutzen, wenn ein Codec benötigt wurde, der möglichst massenkompatibel sein sollte. Cinepak kam lange Zeit standardmäßig mit Windows und Mac OS. Seit Mac OS X 10.6 (Snow Leopard) ist der Codec nicht mehr standardmäßig in der Quicktime-Umgebung vorhanden. Er eignet sich halbwegs für Graustufen- oder Schwarz-Weiß-Videos. Farbvideos sollten mit Cinepak nicht codiert werden.

4CCs des Codecs Cinepak

CVID

Qualität des Codecs Cinepak (in Schulnoten)

- Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 4 2 3
HD 4 3 3< /td>

 

© 2011 Ralf Biebeler. Das Buch Video Codecs ist erschienen im Verlag Schiele & Schön in Berlin.