Open Source Video Codecs

Die Open Source Gemeinde schläft nicht. In nahezu allen Sparten gibt es immer auch eine Open Source Variante neben kommerziellen Produkten. Die Einen zahlen für Microsoft Office viel Geld, die Anderen nutzen Open Office kostenlos. Mehrere Hundert Euro für Adobes Photoshop stehen dem kostenlosen Gimp gegenüber.

Auch in der Codecbranche gibt es viele erfolgreiche kommerzielle Video Codecs und kostenlose Open Source Codecs, die in ihrer Leistungsfähigkeit mitunter genauso gut oder noch besser sind als mancher lizenzpflichtiger Codec. Wirklich groß vertreten sind sie jedoch außerhalb der Netzgemeinde kaum. Es gibt zwar hier und da Hardware, die bestimmte Open Source Video Codecs abspielt, doch die Hauptanwendung solcher Codecs findet sich im Internet – und auch da mehr schlecht als recht, denn ein nicht verbreiteter Codec kann auch kaum wiedergegeben werden.

Zu den Großen der Open Source Gemeinde zählen die Projekte Ogg Vorbis, Matroska und FFMPEG. Alle Projekte stellen im Prinzip direkte Konkurrenz zu den kostenpflichtigen Codecs dar. Der Container des Ogg Vorbis Format, auch Ogg Media Format (OGM) genannt, ist *.ogg. In ihm sind Codecs wie Theora und XviD enthalten. Das Ogg Vorbis Projekt gibt es schon seit einigen Jahren, und ist auch unter Windows z.B. mit einem entsprechenden DirectShow PlugIn lauffähig. In der Zwischenzeit hat sich auch das Matroska Projekt, mit dem Container *.mkv, einen Namen gemacht.

Die Matroska Entwickler arbeiten sehr viele interessante Optionen in das Format ein. Es ist nicht nur ein reines Videoformat, sondern lässt Interaktivität zu, indem zum Beispiel eine Menüstruktur mit eingearbeitet wird. Diese Fähigkeit macht Matroska durchaus interessant für IPTV und Video on Demand. Der Dritte im Bunde ist das FFMPEG Projekt, welches ebenfalls schon seit einigen Jahren existiert. Der Standardcodec ist der FFV1 Codec. Zusätzlich wird noch “Snow” im FFMPEG Projekt verarbeitet.

Doch auch XviD ist ein Open Source Video Codec, der erwähnt werden sollte. Nach dem famosen Start von DivX als illegaler Codec spalteten sich einige Entwickler ab und verfolgten mit XviD das eigentliche DivX Ziel, nämlich ein frei zugänglicher, qualitativ hochwertiger Codec zu sein. DivX wurde kommerziell und verdient mittlerweile sein Geld durch diverse Lizenzen.

Inwiefern sich Open Source Projekte durchsetzen hängt maßgeblich von deren Nutzungswert ab. Matroska scheint im Moment das vielversprechendste Projekt zu sein, da der Video On Demand und IPTV Markt stetig wachsend ist. Doch Auch MPEG-4 und H.264 spielen eine große Rolle in diesem Bereich und könnten aufgrund ihres Bekanntheitsgrads allein schon ein Problem für Matroska darstellen.