Infos zum Codec DivX

 

Geschichte vom Codec DivX

Ende der 90er Jahre war DivX plötzlich in aller Munde. Der Codec ermöglichte es qualitativ hochwertige Videos bei sehr geringer Dateigröße zu generieren. Dabei war DivX als illegaler Hack eines Microsoft Codecs, nämlich MPEG 4 Video 1,2 und 3 gestartet. Als Microsoft mit dem MPEG4 Video 3 Codec beschloss nicht mehr das AVI Format zu unterstützen, sondern diese dritte Version auf ihr ASF und später auf ihr WMV Format anzuwenden, beschlossenen einige findige Hacker, dass dies so nicht ginge und knackten den MPEG4 Code. DivX ;-) war geboren. Der Smiley wird im Übrigen nur für die erste Version von DivX verwendet. In der Anfangszeit von DivX gab es jedoch Unmengen an unterschiedlichen Varianten des Hacks, so dass es sehr schnell sehr unübersichtlich wurde. Derivate wie Angel Potion tauchten auf und verschwanden sofort wieder. Die DivX Version 3.1 stellt dabei die erste Version dieses Codecs dar, die es in nahezu unendlich vielen Variationen gab. Es ist nicht zu empfehlen mit diesem Codec zu arbeiten, nicht nur weil er veraltet und auch noch illegal ist, sondern weil er nicht ausgereift ist. Im Laufe der Jahre entwickelte sich DivX vom illegalen zum legalen und auch kommerziellen Codec. Ab der Version 4 ging die OpenSource Bewegung mit XviD in die nach wie vor kostenlose Richtung, während DivX langsam zum Markennamen aufwuchs. Version 5.1 und aktuelle Versionen des Codecs sind kommerzielle Varianten, die Lizenzen verlangen, etc.

Grundsätzliche Informationen zum Codec DivX

DivX eignet sich hervorragend zur qualitativ hochwertigen Komprimierung. Der Codec kann DVD Filme auf CD Größe komprimieren ohne eine signifikanten Qualitätsverlust zu verursachen. Die Stand Alone Player, die DivX Formate abspielen sind jedoch auch beschränkt und spielen nicht gleich jedes x-beliebige DivX Format ab.

Technische Daten zum Codec DivX

Der Codec beruht auf dem MPEG-Standard MPEG4 Part 2 Video Coding. DivX 5 bietet einige spezielle Encoding-Optionen:

- Quarter Pixel Estimation

- GMC (Global Motions Compensation)

- Bi-directional Encoding

- Psychovisual Enhancements

Die Optionen Quarter Pixel und Bi-directional Encoding kosten nicht viel an zusätzlicher Prozessorpower und verbessern das Bild sichtbar. Allerdings haben einige Player Probleme beim Decodieren von Bi-directional enkodierten Videos. Von der GMC (Global Motion Compensation) ist eher abzuraten, da sie viel Rechenleistung kostet, die Bildqualität jedoch kaum verbessert. Die Psychovisual Enhancements verteilen vorkommende Artefakte nach einem psychovisuellen, auf die menschliche Wahrnehmung abgestimmten Modell, sodass sie gehäuft an Stellen im Bild auftreten, die weniger wahrgenommen werden, und vermindern so auffällige Stellen - die Verwendung dieser Option ist immer zu empfehlen.

Wenn auch mit einigen Schwachstellen ausgestattet, zeugen DivX-Videos im Normalfall von hoher Qualität. Graustufenverläufe werden an einigen Stellen abgestuft wiedergegeben und hin und wieder kommt es zu Aliasingproblemen. Auch eine leichte Unschärfe lässt sich feststellen.

Anwendungsgebiete des Codecs DivX

Grundsätzlich ist der Einsatz von DivX für die Nachbearbeitung nicht sinnvoll. Der Codec ist geeignet für die endgültige Archivierung von Videomaterial, zur Weitergabe von Videos via Internet, für Präsentationszwecke und auch zur Erstellung von qualitativ hochwertigen Filmen, die auf DivX-fähigen Hardwareplayern wiedergegeben werden können.

4CCs des Codecs DivX

SAN3 (= DivX 3), SMP4 (= DivX Klon), DIV3, DIV4, DIVX, divx, DX50

Qualität des Codecs DivX (in Schulnoten)

  - Qualität - - Codiergeschwindigkeit - - Dateigröße -
SD 3 1 1
HD 3 2 1

Download von Beispielen

Laden Sie hier ein Ausgangsvideo, sowie unterschiedlich codierte Videos herunter, um an den einzelnen Beispielen zu sehen, wo Schwachstellen des Codecs liegen (Blockartefakte, Schärfeverluste, Chroma- und Lumaverluste, etc.)