Der MPEG4 Video Codec

Über MPEG4 kann man nicht nur sagen er sei eine Kompressionsmethode, sondern MPEG4 ist gleich ein ganzer Multimediastandard. Seit seiner ersten Version im Oktober 1998 wird MPEG4 ständig weiterentwickelt. Version 1 wurde im Jahr 1999 verabschiedet und bis ins Jahr 2001 kamen noch Version 2,3 und 4 hinzu. MPEG4 ist jedoch gleichermaßen auch die Basis für unterschiedliche anderen Codecs, wie zum Beispiel DivX und XviD, 3GP, etc. MPEG4 kann sich im eigenen Container *.mp4 oder aber in unterschiedlichen anderen Containerformaten, wie *.avi, *.mov, *.3gp, *.divx,...befinden.

Es wurde, im Gegensatz zu MPEG1 und MPEG2 nie genau definiert wie ein MPEG4 codiertes Video tatsächlich auszusehen hat. Es gibt zwar einige grundsätzliche Profile und Parameter, die ein MPEG4 bestimmen können, jedoch ist der Codec nicht vergleichbar mit den Restriktionen, die bei MPEG1 und MPEG2 vorliegen.

Seit jeher war ein Schwerpunkt von MPEG4 das Streaming. Es sollte als universelles Format in sämtlichen Streamingbereichen agieren - und das hat es durchaus geschafft. Gerade bei sehr fehlerhaften Übertragungsmedien wie Mobilfunk war es notwendig, bestimmte Fehlerkorrekturroutinen in den Codec zu integrieren.

MPEG4 basiert, wie MPEG1 und MPEG2 auch auf einer GOP, also unterschiedliche Arten von Frames. I-Frames stellen dabei vollwertige Bildinformationen zur Verfügung, P Frames berechnen nur die Bewegungsunterschiede bestimmter Punkte und B Frames den zeitlichen Verlauf zwischen I und P oder P und P Frame. Die Weiterentwicklung bei MPEG4 besteht in der noch größeren Genauigkeit bei der Bewegungsschätzung. Desweiteren muss MPEG2 bei 300 Bilder langen GOP passen. Alle 300 Bilder ein I Frame zu speichern gelingt nur MPEG4.

Der Codec ist optimiert auf Datenraten von 10 kbit/s bis zu 10 Mbit/s.

Das größte Problem von MPEG4 ist, dass es ein sehr rechenintensiver Codec ist, egal als welche Variante er daher kommt. Schwächere Rechner gehen in die Knie vor einem komplexeren MPEG4 Codec. In dieser Hinsicht sollte man also Vorsicht walten lassen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten mit MPEG4 eröffnen sich ungemein komplexe Nutzungsmöglichkeiten. Die MPEG4 ISMA Spezifikation beschreibt dabei z.B. einen Standard, um im Internet Videos zu übertragen. Das heißt nichts anderes, als das ISMA sozusagen das Profil für MPEG4 Dateien ist, welches dem Decoder und Encoder angibt "Diese MPEG4 Datei ist eine Streaming Datei für das Internet".

Ein weiteres Profil wäre auch das AdvancedSimple@Level5 Profil, welches hochwertige Camcorder Aufnahmen als MPEG4 Datei speichern kann. Es ist qualitativ jedoch leider nicht mit MPEG2 zu vergleichen. MPEG4 hat einige Probleme bei der Lizenzierung. Die Politik, die die Patentinhaber dabei verfolgen ist relativ kompliziert und führt zu einer schleppenderen Verbreitung, obwohl der Codec sehr hochwertig ist.