Der MPEG2 Video Codec

Der MPEG2 Codec ist prinzipiell zu behandeln wie jeder andere Codec auch, wäre da nicht seine enorme Relevanz für die DVD. Sie baut beinahe komplett auf den MPEG2 Codec auf. (DVDs unterstützen eigentlich auch noch MPEG1 codierte Videos, jedoch ist MPEG2 zum Standard geworden.)

Über die Einstellmöglichkeiten und den wirklich sinnvollen Einsatz von MPEG2 zur Verwendung auf einer DVD lassen sich ganze Bücher füllen. Wir wollen uns hier jedoch auf die wesentlichen Merkmale konzentrieren. Der Codec ist die Weiterentwicklung von MPEG1. In der Zeit von 1991 bis 1994 wurden die meisten Standards und Verfahren, auch die für MPEG2, entwickelt. Im Jahre 1996 wurden sie dann von der ISO/IEC als internationale Standards festgelegt. Erweiterungen an MPEG2 wurden noch bis ins Jahr 2000 vorgenommen.

MPEG2 ist der Standardcodec für die SVCD (Super Video CD), die DVD, für DVB (Digital Video Broadcasting), sowie für HDTV. Das Hauptaugenmerk in der Entwicklung lag nicht unbedingt auf einer möglichst hohen Kompression, sondern darauf hochqualitative DVD Videos herstellen zu können.

Der normale Anwender wird MPEG2 also nutzen, um damit seine DVDs zu erzeugen. Damit dies auch verhältnismäßig einfach geschieht, wurden in das MPEG2 Format verschiedene Profile und Level integriert. Das wirklich relevane MP@ML bedeutet nichts anderes als Main Profile at Main Level – eine maximale Kompatibilität zu allen möglichen DVD-Playern ist mit diesem Profil gewährleistet.

Der Nutzer einer HDV Kamera zeichnet seine Daten zwar auf Band auf, jedoch im MPEG2 Format. Dies führt nicht selten zu Problemen mit sogenannten Drop Outs – plötzliche Stillstände von weniger als 1 Sekunde. Der Grund liegt in der Struktur von MPEG2. Es arbeitet mit einer sogenannten GOP, der Group of Pictures. I-, B- und P-Frames definieren ein gesamtes MPEG2 Video. Im Falle eines Drop Outs auf der HDV Kamera ist exakt an der Stelle eines I-Frames ein Fehler in der Aufzeichnung. Die nachfolgenden B- und P- Frames allein sind nicht in der Lage ein Bild darzustellen, da sie nicht alle relevanten Bildinformationen speichern. Die Folge: Bis zum nächsten I-Frame passiert gar nichts mehr.

MPEG2 soll im Laufe der Zeit abgelöst werden durch andere Videocodecs, die genauso gut oder noch besser komprimieren bei mindestens gleichbleibender Bildqualität. Dazu zählen AVCHD oder auch MPEG4.